• Zeit - wenn für die Realisierung eine wahrhaftige und ehrliche Mühe und Sorgfalt aufgebracht wurde, wird sie deiner Arbeit gewiss Respekt zollen.

    Rodin

  • Alles bedarf der nötigen Geduld.

  • Und zum Schluss einige Auszüge aus dem photographischen Reiseprojekt “In Bewegung” von Ihsan Derman, den ich durch die Empfehlung einer meiner Lehrer kennenlernte (Die Auszüge erheben ebenfalls keinen Anspruch auf Kontinuität und sind als kleine “Inselchen” zu verstehen):

    Photographie ist eine technische Produktionsweise der Visualisierung, die der physischen Wirklichkeit entspringt, in der wir leben. Schlussendlich hat die Photographie in einer Relation zu dem stehen, der vor Ort war. Weil sich diese Produktionsweise eher auf Entscheidungen als auf Synthese stützt, müssen diese aus dem Vorgefundenen heraus getroffen werden. Aus diesem Grund muss man sich meistens außer Haus begeben und sich in Bewegung setzen, um ein Photo zu machen.

    Das Subjekt, das photographiert, muss das Thema seines Bildes ‚im Wald der kulturellen Objekte erjagen’, wie Flusser sagt.

    Photographie und Bewegung sind moderne Termini. Das moderne Subjekt ist das Subjekt in Bewegung. Die Bewegung ist im Zentrum des Modernitätsgedankens positioniert.

    Doch meine Erfahrungen mit der Reise zeigen, dass diese äußerst verwirrend sein und die Ferne, in die Irre führen können und Unterschiedlichkeiten zu tage treten lassen. Deswegen habe ich mich oftmals in der Fremde heimischer gefühlt als zu Hause.

    Wir bewerten mehrheitlich die Reise als eine Flucht an ‚fremde Orte’, an denen andere Menschen leben. Die Unterschiede zu diesen Menschen werden meistens übertrieben. Ähnlichkeiten werden beiseite geschoben. Sie werden kaschiert.

    Eines der offenkundigsten Motive für das Reisen ist die Freude.

    Wir reisen nicht um, Hirngymnastik zu veranstalten. Wir behandeln den Urlaubsgedanken im Sinne einer Flucht vor den Alltagsverpflichtungen und im Sinne eines Leeren des Kopfes.

    Was sie unter anderem im Urlaub machen, ist, vor der Flucht zu fliehen, indem sie sich zurücklegen und einen Roman lesen oder Photos schießen.

    Dies entspricht dem Motiv, eine Distanz zu dem zu schaffen, das man verstehen will. Als Spiel indes ist es, als wiederbelebte man manche zur Kindheit gehörige Veranstaltungen außerhalb der Alltagsroutine.

    Reisen impliziert jedes Mal das Nachhause zurückkehren. Der Tourist hat ein Zuhause. Ein eigenes warmes Heim, in das man zurückkehrt, wenn das Abenteuer zu Ende ist oder die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Dies ist ein konkreter Umstand, der auch einen Einfluss auf den Genuss des Abenteuers beinhaltet. Das Zuhause ist der Ort, an dem der Panzer abgelegt und die Koffer geleert werden. Hier muss nichts verteidigt oder bewiesen werden, denn hier ist alles offensichtlich und wohlbekannt.

    Was uns zur Reise treibt, ist in einem bestimmten Sinn das Gefühl der Geborgenheit und der Gemütlichkeit, welches sich im heimischen Umfeld einstellt.

    Touristen finden gefallen an der Andersartigkeit der bereisten Orte, an den dortigen Menschen und Veranstaltungen, denn diese erregen die Phantasie und erzeugen Irrtümer der Unterschiedlichkeiten und Andersartigkeiten. Gleichzeitig lassen sie die Wahrnehmung der Unterschiede, die Sicherheit des Zuhauses sowie dessen Gemütlichkeit und Nutzen deutlicher hervortreten.

    Der Tourist befindet sich in Bewegung. Er befindet sich an jedem Ort, in den er eintritt, aber innerhalb dieses Ortes befindet er sich nirgends.

    Die Reise ist der einzige Weg, auf dem manche Menschen sich umherschauen können.

    Susan Sontag über Photos von Reisenden; “Das Photographieren ist der Versuch einer Inbesitznahme, eines Erwerbens des Ortes, an dem sich der Reisende unsicher fühlt. Somit hat das Photographieren an sich etwas Beruhigendes und besitzt die Eigenschaft, Orientierungsstörungen aufzulösen, die der Fremdheit des Ortes entspringen. Sie photographieren, ohne sich der Reaktion der Anderen bewusst zu werden“.

  • ein paar kleine worte