• "Weil es eine Idee dieses Schneeglöckchens ist; ein persönlicher Gegenstand dieses Spatzes; dieser Stein wird nicht geplagt mit Sorgen um das Morgen; auch ich möchte von alldem nichts... dachte ich oftmals. Ich habe sogar Entscheidungen getroffen. Doch vergebens. Einerseits gebe ich durch meine Schriften meine Meinung kund, bin allerdings ein Sammler unmöglicher Dinge, und andrerseits klammere ich mich mit aller Kraft an die Poesie, um ein wenig länger im Morgen zu verweilen zu dürfen..." sagt Ibrahim Tenekeci.

    Und ich klammere mich an die Photographie.

    Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass die Photographie mein Hobby und nicht mein Beruf ist, oder weil es vielleicht wirklich so lange dauert, etwas zu erschaffen, was meinen Vorstellungen entspricht, jedenfalls glaube ich, dass die Webseite, die ich mir schon seit geraumer Zeit einzurichten wünsche, endlich reif zur Veröffentlichung ist, auch wenn sie noch nicht abgeschlossen ist. Wie dem auch sei, ein Bericht, den ich über den

    Übersetzer von Hermann Brochs “Der Tod des Vergil” gelesen habe, hat dazu beigetragen, mir gegenwärtig ein wenig Trost zu spenden. (Ich denke, dass diese “Gegenwärtigkeiten” mindestens ein Jahr zurückliegen werden, wenn die Webseite online sein wird) In dem Bericht heißt es, dass Ahmet Cemal 40 Jahre nach Beginn der Arbeit die Übersetzung abgeschlossen habe. Ich möchte mich keineswegs mit dem Meister vergleichen. Was ich sagen möchte, ist, dass manche Dinge eben ihre Zeit brauchen...

    Weiter unten finden sich einige Notizen, auf die sie von Zeit zu Zeit blicken können. Wenn Sie sie interessant finden, können Sie sie  an die Pinnwand an ihrem Arbeitsplatz heften. Es sind Notizen, die nicht den Anspruch erheben, ein Ganzes zu bilden oder eine Kontinuität aufzuweisen, jedoch die Eigenschaft besitzen, sowohl meine Sicht auf die Photographie als auch auf Bereiche des Lebens darzulegen. Manche stammen von mir. Andere sind aus verschiedenen Bereichen entnommene Zitate:

  • Kunst ist nicht das, was andere sehen, sondern das, was sie andere sehen lassen.

    Edgar Degas

  • Die beste Kamera der Welt ist unser Auge. Deswegen sind wir in Besitz zahlreicher noch nicht auf Papier oder in den digitalen Speicher gebannter oder noch nicht geschossener Bilder. Und leider sind diese vermutlich die Besten. 

  • Interpretation ist die Rache des Intellekts an der Kunst.

    Susan Sontag

  • Ich bin ein obsessiver Mensch. Ich weiß nicht, ob es an meinem chronischen Hang zur Symmetrie (Diese Obsession ist für mich zusätzlich zur herkömmlichen Definition Ausdruck meiner Leidenschaft für Maß und Balance) liegt oder an meiner Besessenheit, in dem bewussten Moment das endgültige Ergebnis sehen zu wollen oder vielleicht daran, dass ich in der digitalen Welt

    noch immer nicht zu Hause bin, weswegen auch immer – ich habe eine Unzahl an potentiell schönen Bildern vermasselt. Unter anderem weil ich genau auf dem Ausschnitt bestand, der in meiner Vorstellung herrschte, statt einen weiten Ausschnitt zu wählen und das Bild später in meinem Sinne digital zu bearbeiten.

  • ein paar kleine worte